Systemische Hypnotherapie

“Denn nur wenn der Geist in Schwingung bleibt, kann er sich auch Unmögliches vorstellen und das Mögliche in Taten umsetzen.”
- Autor unbekannt -

Die medizinische Hypnose ist ein Therapieverfahren, welches durch Milton Erickson Eingang gefunden hat in unterschiedliche therapeutische Verfahren. Hypnose ist ein Vertiefungsverfahren, wobei Diagnostik und Indikationsstellung selbstverständliche Voraussetzungen sind für die Arbeit mit Hypnose. Wenn Hypnose das Verfahren beschreibt, so ist die Trance = Tiefenentspannung der Zustand, der in dieser Arbeit erzielt wird.

Die Bewusstseinslage in der Hypnose

Durch die Hypnose erleben Sie einen Zustand der Trance. Die Trance ist dabei ein Alltagszustand, der immer wieder spontan aufgesucht wird. Es scheint so zu sein, als ob unser Gehirn sich immer wieder entspannen muß. So gehen wir alle 2 Stunden vermehrt in kürzere Trancezustäne. Wir verlieren für kurze Augenblicke den Kontakt mit der Gegenwart, bemerken z. B. nicht den Wechsel der Ampel von rot auf grün, oder haben einen Teil der Ausführungen des Redners nicht mitbekommen etc. So träumen wir tagsüber immer wieder, das Bewußtsein tritt zurück, macht Platz und erholt sich.

Gehirnverknüpfungen neu gestalten

Der Prozess der hypnotherapeutischen Arbeit kann vereinfachend so beschrieben werden: Ein Mensch, der in bestimmten Situationen immer wieder Probleme hat ( z.B. Prüfungsangst), hat das Problem mit der Situation verbunden und ist in der konkreten Situation getrennt von seinen Ressourcen. Die Arbeit der Hypnose besteht nun darin, das Problem von der Situation zu trennen (die Angst von der Prüfung) und die Situation mit einer oder mehreren Ressourcen zu verbinden (also z.B. die Prüfung mit der bestandenen Probeklausur und der Emotion dazu), die zur erfolgreichen Bewältigung der Situation erforderlich sind. Ziel der Therapie ist es Gehirnverknüpfungen neu zu gestalten, denn ungünstig verknotete Gehirnverschaltungen können durch die Therapie geschwächt und konstruktive Ersatzschaltungen induziert werden. Studien mithilfe der funktionellen Magnetresonanztherapie haben zum Beispiel gezeigt, dass sich das Gehirn durch eine Gesprächstherapie neu organisiert- und dies umso mehr, je erfolgreicher sich die Therapie entwickelt.

Lesen Sie dazu gene mehr in meinem Blog- Artikel “Der Angst sinnlich begegnen” für das Fachmagazin Physiopraxis des Thieme-Verlags.

Die Stärken stärken

Hypnotherapie zählt sich mehr zu den wachstumsorientieren Therapieverfahren, d. h. neben der Betrachtung von Symptomen steht im Vordergrund, was der einzelne für Ressourcen oder Stärken mitbringt. Symptome machen aufmerksam auf Störungen eines Entwicklungsprozesses und werden mit Erreichen der anstehenden Entwicklungsaufgabe (Glaube daran eine Prüfung/ Herausforderung zu meistern) überflüssig. Der Blick richtet sich dabei auf die Fähigkeiten und Stärken, die den Patienten auszeichnen, und diese Stärken spielen in der Therapieplanung zur Erreichung der Ziele eine wesentliche Rolle.

“Die Seele denkt niemals ohne ein Bild.”
- Aristoteles -

Die Macht der inneren Bilder

Hypnose ist dabei ein imaginatives Verfahren, bei dem es die Vorstellungskraft des Patienten ankommt, der stets Einsicht in das Geschehen hat und das Geschehen durch seine Imagination mitbestimmt. Dabei besteht zwischen Therapeut und Patient eine umfassende Interaktion. Der Patient ist sich in Hypnose seiner selbst und der Vorgänge während der Hypnosesitzung bewußt und kann sich hinterher an alles erinnern. Allerdings wird der Trancezustand als veränderter Bewußtseinszustand erlebt. Man denkt mehr ” in Bildern”, die intensiver und stabiler als im Wachzustand sind, die Aufmerksamkeit ist auf die “innere Realität” gerichtet. Die Umwelt , “die äußere Realität” tritt in den Hintergrund. Die Fähigkeit einen Trancezustand zu erreichen, hängt von der Fähigkeit ab, lebhafte Vorstellungen und Bilder entwickeln zu können. Die Hypnotherapie kann aber auch spielerisch in einem Gespräch Ihre Anwendung finden, indem der Therapeut den Klienten auffordert sich bestimmte Situationen vorzustellen.