Das polycystische Ovarialsyndrom und die Insulinresistenz

Das polycystische Ovarialsyndrom ist in der Frauenheilkunde eine häufig gestellte Diagnose. Was sich hingegen noch nicht so sehr verbreitet hat, ist die Erkenntnis, dass dieses Syndrom gehäuft bei Frauen auftritt mit einer Insulinresistenz auf Ebene der Eierstöcke. Das Thema der Insulinresistenz wurde in meinem Blogbeitrag von Januar 2015 schon besprochen, allerdings lediglich hinsichtlich des Zuckerstoffwechsels. Aber Insulin hat noch andere Aufgaben außer Glucosetransport. Bei einer Insulinresistenz auf Zellebene der Eierstöcke führt dies zu einer erhöhten Testosteronproduktion aus Progesteron und gleichzeitig durch Hemmung eines spezifischen Enzyms – der Aromatase-  zu einer erniedrigten Östrogenproduktion. Neben der ovarialen Insulinresistenz kommt es aber auch zu einer Resistenz auf Leberebene. Dies führt dazu, dass das vermehrt produzierte Testosteron nicht wie üblich vorwiegend in gebundener Form vorliegt, sondern erhöhte Mengen freies Testosterons vorkommen. Freies Testosteron liegt somit in der aktiven Form vor und führt über seine wachstumsfördernden Eigenschaften zu einer vermehrten Cystenbildung.

Nach der Publikation von Diamanti-Kandarakis, E., and Dunaif, A. (2012) mit dem Titel: Insulin resistance and the polycystic ovary syndrome revisited: an update on mechanisms and implications, aus  Endocr Rev 33, 981-1030., werden durch den Pathomechanismus der Insulinresistenz aber auch Eizellen- sog. Follikel- zu früh ausdifferenziert bzw. unreife Follikel in ihrem Reifungsprozeß unterbrochen, so dass dies auch zu Anovulation führen kann.

Somit stellt das polycystische Ovoarialsyndrom nicht nur ein Behandlungsfeld für die Frauenarztpraxis dar, sondern parallel ist eine Diagnostik und ggf. Therapie der Insulinresistenz durchaus induziert. Mehr dazu erfahren Sie gerne in einem Beratungsgesprach in der Praxis am Sachsenring in Köln, Ihrer Praxis für Ernährungsberatung und klinischer Psycho- Neuro- Immunologie in Köln.