Omega- 3 - Fettsäuren und wissenschaftlicher Kontext

Liebe Leser*innen,

in diesem Blog möchte ich Ihnen die immense Bedeu­tung von Omega- 3 - Fettsäu­ren für unsere Gesund­heit näher bringen. Als Mitglied der Akade­mie für mensch­li­che Medizin (AMM) freue ich mich einen wichti­gen Beitrag der AMM mit diesem Blog zu teilen. Zudem ist es mir - wie der AMM - ein wichti­ges Anlie­gen am Beispiel der Omega-3- Fettsäu­ren zu verdeut­li­chen wie wissen­schaft­li­che Studi­en richtig gedeu­tet werden. Dies erscheint beson­ders wichtig im Zusam­men­hang von Mikro­nähr­stof­fen bzw. Nahrungsergänzungsmitteln.

Lesen Sie nun den Orginal­bei­trag der Akade­mie der mensch­li­chen Medizin: Omega- 3- Fettsäuren

“Die marinen Fettsäu­ren EPA und DHA zählen zu den am häufigs­ten unter­such­ten Wirkstof­fen in der Medizin und sind essen­zi­ell für unseren Körper. Dennoch wird ihre gesund­heit­li­che Wirkung schein­bar immer wieder von Grund auf neu beleuch­tet und disku­tiert. Leider steht dahin­ter nicht immer das Inter­es­se unsere Gesell­schaft zu mehr Gesund­heit zu führen - doch das ist ein anderes Thema. Statt einer generel­len Medien- und Wissen­schafts­kri­tik soll an dieser Stelle das richti­ge Handwerks­zeug vermit­telt werden, um falsche News zu erken­nen und wissen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen bewer­ten zu können.

Das Studiendesign: Dosierung und richtige Messung von Omega-3- Fettsäuren

Immer wieder erschei­nen Schlag­zei­len, die die Wirksam­keit von Omega-3-Fettsäu­ren anzwei­feln. Hierbei wird zumeist jedoch ein essen­zi­el­ler Faktor nicht berück­sich­tigt: Damit EPA und DHA einen Effekt haben können, müssen die Spiegel im Körper anstei­gen. So wie man es bei der Gabe eines Medika­men­tes ebenfalls je nach Dosie­rung erwar­ten würde.
Konkret heisst dies: Der HS-Omega-3-Index® in der Erythro­zy­ten­mem­bran sollte gemes­sen werden, da dieser Wert im Gegen­satz zur Messung im Serum eine langfris­ti­ge Aussa­ge erlaubt. Optima­ler­wei­se ist hier ein Bereich von 8-11 Prozent anzustreben.

In vielen Studi­en, welche die Wirksam­keit von Omega-3- Fettsäu­ren anzwei­feln, wird genau dieser Wert jedoch nicht gemes­sen oder es wird keine standar­di­sier­te Messme­tho­de angewendet.

Ein weite­res Problem entsteht, wenn sich die Spiegel vor und nach der Inter­ven­ti­on - also der Gabe von Omega-3 - überlap­pen. Es ist dann nicht verwun­der­lich, wenn kein Effekt erkenn­bar ist, denn es besteht in solchen Fällen kein signi­fi­kan­ter Unter­schied zwischen den Unter­su­chungs­zeit­punk­ten. Dies ist häufig der Fall, wenn z.B. die Dosie­rung in der Inter­ven­ti­on nicht ausrei­chend hoch war, so dass die Spiegel im Schnitt nur gering­fü­gig angestie­gen sind.
Darüber hinaus lohnt es sich genau­er anzuschau­en, welche Form von Omega-3- Fettsäu­ren  in einer Studie verwen­det wurde.

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Zum Beispiel wurden die positi­ven Effek­te von Omega-3- Fettsäu­ren bei Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen im Rahmen der STRENGHT-Studie  erneut in Frage gestellt. In dieser Studie wurden EPA und DHA in Form von Carbon­säu­ren einge­setzt. In zahlrei­chen vermeint­li­chen Kontroll-Studi­en wurde aber Ethyl­es­ter genutzt, ein chemi­sches Derivat (Konzen­trat) des Fisch­öls. Es handelt sich in diesen Fällen nicht um ein natür­li­ches Öl in Trigly­ze­rid­form, wie unser Körper die Fette aus der Natur kennt, sondern um ein in seiner chemi­schen Struk­tur verän­der­tes Präpa­rat. Umgangs­sprach­lich ausge­drückt: Nachdem eindeu­tig belegt wurde, dass es sich um einen Apfel handelt, wurde dieser mit Birnen vergli­chen, um dann ein abwei­chen­des Ergeb­nis zu verkünden.

Was man von “Fake-Studien” lernen kann

Nun könnte man sich fragen, ob bei der Einnah­me dieser Deriva­te die gleichen Effek­te wie beim Konsum von Fisch oder natür­li­chem Omega-3-Fisch­öl zu erwar­ten sind. Wir fragen uns jedoch: Warum möchte man etwas chemisch Verän­der­tes einneh­men, was der Körper aus der Natur nicht kennt? Sinnvol­ler wäre es doch, dem Grund­satz des Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­lers Prof. Claus Leitzmann zu folgen, welcher lautet:

“Lass die Ernäh­rung so natür­lich sein, wie möglich”.

Erste Studi­en zeigen zudem, dass die natür­li­chen Trigly­ze­ri­de besse­re Effek­te erzie­len. Doch ironi­scher­wei­se kann man gerade durch die irrefüh­ren­den Studi­en, welche postu­lie­ren, dass kein gesund­heits­för­dern­der Effekt von Omega-3 nachweis­bar sei, ganz konkret lernen, wie eine richti­ge Anwen­dung ausse­hen sollte:
Zunächst einmal sollte man bei der Zufuhr von den Omega-3-Fettsäu­ren - wie auch sonst in der Ernäh­rung - auf die Natür­lich­keit achten.

Darüber hinaus ist die Dosie­rung entschei­dend. Wie oben erwähnt geht es nicht nur darum Omega-3 einzu­neh­men, sondern einen optima­len Spiegel im Körper zu errei­chen. Bei bestehen­dem Omega-3-Defizit zeigt sich beim Großteil der Bevöl­ke­rung, dass eine Menge von etwa 2.000 mg EPA und DHA pro Tag notwen­dig ist, um den Spiegel auszu­glei­chen und eine präven­ti­ve Wirkung zu erzie­len. Bei schwe­ren Defizi­ten oder wenn bereits chroni­sche Erkran­kun­gen vorlie­gen ist oft sogar eine anfäng­lich deutlich höhere Dosie­rung notwendig.

Fazit:
Die gesund­heits­för­dern­de Wirkung von Omega-3-, insbe­son­de­re den Fettsäu­ren EPA und DHA, ist in Bezug auf zahlrei­che Zivili­sa­ti­ons­krank­hei­ten eindeu­tig wissen­schaft­lich belegt. Immer wieder veröf­fent­li­chen verschie­dens­te Medien aller­dings falsche Nachrich­ten zu diesem Thema und stützen sich dabei auf “neues­te Studi­en”. Wenn Sie über diese Studi­en­ergeb­nis­se lesen, achten Sie immer auf die Details des Studi­en­pro­to­kolls und der Auswer­tung und greifen bei Bedarf auf den Rat von unabhän­gi­gen Exper­ten zurück.”

Einen unabhän­gi­gen Exper­ten finden Sie  in Ihrer Praxis am Sachsen­ring in Köln  mit dem Schwer­punkt der Ernäh­rungs­be­ra­tung und Mikro­nähr­stoff­the­ra­pie. Gerne berate ich Sie kompe­tent und wissen­schaft­lich fundiert auf Basis der geeig­ne­ten Labor­dia­gnos­tik ( z.B. Omega- 3- Messung in der Erytrozythenmembran).

Wenn Sie noch mehr erfah­ren möchten zu Omega- 3 Fettsäu­ren, hören Sie doch gerne in den aktuel­len Podcast von Calas Welt- der Podcast

oder lesen
Sie einen Artikel von Prof. Dr. Shaky, erschie­nen in der Fachzeit­schrift „Der Inter­nist“.

Ihre Heilprak­ti­ker-Praxis

Birgit Schroe­der

Praxis für funktio­nel­le Medizin, KPNI und Stress­me­di­zin ( Ernäh­rungs­be­ra­tung, Mikro­nähr­stoff­the­ra­pie, Gesundheitscoaching)